{"id":8203,"date":"2021-05-01T21:21:53","date_gmt":"2021-05-01T19:21:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/?page_id=8203"},"modified":"2021-05-01T22:05:22","modified_gmt":"2021-05-01T20:05:22","slug":"pandemien-burokratie-und-systematischer-staatlicher-zwang-versus-spontane-soziale-koordination","status":"publish","type":"articulo","link":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/articles\/articles-in-deutch\/die-okonomischen-effekte-der-pandemie\/pandemien-burokratie-und-systematischer-staatlicher-zwang-versus-spontane-soziale-koordination\/","title":{"rendered":"Pandemien: B\u00fcrokratie und systematischer staatlicher Zwang versus spontane soziale Koordination"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Theorem der Unm\u00f6glichkeit des Sozialismus und seine Anwendung auf die aktuelle Krise<\/strong><\/p>\n<p>Die Reaktion der verschiedenen Regierungen und Beh\u00f6rden in der Welt (und vor allem in unserem eigenen Land, Spanien) auf das Auftreten und die Entwicklung der COVID-19-Pandemie, die Interventionsma\u00dfnahmen, die sie nach und nach ergriffen haben, und das Verfolgen ihrer Auswirkungen stellen eine einzigartige Gelegenheit f\u00fcr jeden Wirtschaftswissenschaftler dar, der den wesentlichen Inhalt und die wichtigsten Implikationen des von Ludwig von Mises vor hundert Jahren(10) erstmals formulierten &#8220;Theorems der Unm\u00f6glichkeit des Sozialismus&#8221; best\u00e4tigen, \u00fcberpr\u00fcfen und auf einen uns sehr nahe stehenden und relevanten historischen Fall anwenden m\u00f6chte. Es ist wahr, dass der Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion und des real existierenden Sozialismus sowie die Krise des Wohlfahrtsstaates den Triumph der Analyse der \u00d6konomen der \u00d6sterreichischen Schule in der historischen Debatte \u00fcber die Unm\u00f6glichkeit des Sozialismus bereits hinreichend illustriert hatten. Aber der tragische Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat uns ein weiteres reales Beispiel geliefert, in diesem Fall nun viel konkreter und uns n\u00e4her. Dieses Beispiel illustriert und best\u00e4tigt ausgezeichnet, was die Theorie bereits angedeutet hat, n\u00e4mlich: dass es f\u00fcr einen zentralen Planer theoretisch unm\u00f6glich ist, seinen Befehlen einen koordinierenden Inhalt zu geben, egal wie notwendig diese erscheinen m\u00f6gen, wie edel das verfolgte Ziel ist oder wie viel guter Wille und Anstrengung in ihre Verwirklichung gesteckt wurden.(11)<\/p>\n<p>Angesichts der weltweiten Auswirkungen der aktuellen Pandemie, die alle L\u00e4nder unabh\u00e4ngig von ihrer Tradition, ihrer Kultur, ihrem wirtschaftlichen Niveau und ihrem politischen System betroffen hat, ist die volle Anwendbarkeit des von Mises entdeckten Theorems auf jede Zwangsma\u00dfnahme des Staates offensichtlich, so dass es als &#8220;Theorem der Unm\u00f6glichkeit des Etatismus&#8221; verallgemeinert werden kann. Es ist wahr, dass es gewichtige Unterschiede bei den Interventionsma\u00dfnahmen der verschiedenen Regierungen gibt. Doch auch wenn das Management einiger Regierungen besser oder schlechter gewesen sein mag, waren die Unterschiede in Wirklichkeit eher graduell und nicht qualitativ. Denn Regierungen k\u00f6nnen nicht ihre zwangshafte Natur verleugnen, die sie in ihrer DNA tragen und die ihre intimste Eigenschaft ist. Wenn sie Zwang aus\u00fcben, und genau in dem Ausma\u00df, in dem sie dies tun, entstehen unweigerlich alle von der Theorie vorhergesagten negativen Effekte und reproduzieren sich. Es kommt also nicht darauf an, dass einige Regierungen unf\u00e4higer sind als andere (was f\u00fcr Spanien zweifellos zutrifft(12)), sondern dass sie alle zum Scheitern verurteilt sind, wenn sie darauf bestehen, die Gesellschaft mit Hilfe ihrer Macht und Zwangsmandate zu koordinieren. Und das ist vielleicht die wichtigste Botschaft, die die Wirtschaftstheorie der Bev\u00f6lkerung vermitteln sollte: dass aus der Aus\u00fcbung staatlicher Zwangsgewalt zwangsl\u00e4ufig Probleme entstehen, unabh\u00e4ngig davon, ob der jeweilige Politiker die Herausforderungen besser oder schlechter bew\u00e4ltigen kann.<\/p>\n<p>Obwohl sich dieser Artikel mit der \u00f6konomischen Analyse von Pandemien im Allgemeinen besch\u00e4ftigt, werden wir uns fast ausschlie\u00dflich auf die Implikationen der aktuellen Pandemie angesichts des &#8220;Theorems der Unm\u00f6glichkeit des Etatismus-Sozialismus&#8221; konzentrieren. Wir w\u00e4hlen diese Vorgehensweise, nicht nur wegen der zeitlichen und pers\u00f6nlichen N\u00e4he f\u00fcr jeden heutigen Leser, sondern auch, weil die Interventionsstrategien, die bei anderen Pandemien durchgef\u00fchrt wurden, zeitlich sehr weit von uns entfernt sind. Obwohl es auch m\u00f6glich ist, in historischen Pandemien viele der Ph\u00e4nomene zu identifizieren, die wir in j\u00fcngster Zeit erlebt haben (z.B. die Informationsmanipulation der alliierten Staaten w\u00e4hrend der Grippepandemie 1918, die aus diesem Grund f\u00e4lschlicherweise &#8220;spanisch&#8221; genannt wurde), ist ihr Mehrwert als Illustration der theoretischen Analyse heute zweifellos geringer.<\/p>\n<p>Wie in meinem Buch <em>Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion <\/em>und insbesondere in Kapitel III, das hier als wiedergegeben betrachtet werden muss(13), ausf\u00fchrlich dargelegt wird, hat die Wirtschaftswissenschaft gezeigt, dass es f\u00fcr den Staat theoretisch unm\u00f6glich ist, dynamisch effizient zu agieren, da er sich immer in einer Situation unausweichlicher Unwissenheit befindet, die es ihm unm\u00f6glich macht, seinen Befehlen einen koordinierenden Inhalt zu geben. Und das liegt im Wesentlichen an den folgenden vier Gr\u00fcnden, die wir im Folgenden von der geringsten bis zur gr\u00f6\u00dften Bedeutung auflisten:<\/p>\n<p>Erstens die immense Menge an Informationen und Wissen, die koordinierende Befehle erfordern, und zwar nicht nur technischer oder wissenschaftlicher Art, sondern vor allem das Wissen \u00fcber eine Unzahl von pers\u00f6nlichen und besonderen Umst\u00e4nden von Zeit und Ort (&#8220;praktisches&#8221; Wissen). Zweitens der im Wesentlichen subjektive, stillschweigende, praktische und nicht artikulierbare Charakter dieser Informationen oder dieses Wissens, was eine \u00dcbertragung dieser Informationen oder dieses Wissens an das zentrale staatliche Entscheidungs- und Planungsorgan unm\u00f6glich macht. Drittens ist dieses Wissen oder diese Information weder gegeben noch statisch, sondern ver\u00e4ndert sich im Gegenteil st\u00e4ndig als Folge der angeborenen Kreativit\u00e4t des Menschen und der st\u00e4ndigen \u00c4nderung der ihn umgebenden Umst\u00e4nde, was eine doppelte Wirkung auf die staatlichen Beh\u00f6rden hat: Sie sind immer zu sp\u00e4t dran, denn zu dem Zeitpunkt, an dem sie die sp\u00e4rlichen und voreingenommenen Informationen, die sie erhalten, verdauen, sind sie bereits veraltet; und sie k\u00f6nnen mit ihren auf die Zukunft gerichteten Befehlen nicht richtig liegen, weil die Zukunft von praktischen Informationen abh\u00e4ngen, die noch nicht entstanden sind, weil sie noch gar nicht geschaffen wurden. Und, wie wir gesehen haben, sollten wir viertens und letztens nicht vergessen, dass der Staat Zwang ist (das ist seine intimste Eigenschaft). Wenn seine Befehle mit Gewalt in irgendeiner Parzelle der Gesellschaft durchgesetzt werden, wird die Schaffung und Entstehung des Wissens oder der Information behindert und sogar blockiert. Dabei braucht der Staat gerade dieses Wissen oder Information dringendst, um seinen Befehlen einen koordinierenden Inhalt zu geben. Jetzt k\u00f6nnen wir das gro\u00dfe Paradoxon des staatlichen Interventionismus(14) verstehen, der immer dazu neigt, Ergebnisse zu produzieren, die denen entgegengesetzt sind, die er zu erreichen beabsichtigt. So zeigen sich in typischer und weit verbreiteter Weise Fehlanpassungen und Fehlabstimmungen. Hinzu kommt das systematisch unverantwortliche Handeln der Beh\u00f6rden (die gar nicht merken, wie blind sie sind gegen\u00fcber den Informationen, die sie nicht besitzen, und den realen Kosten, die sie mit ihren Entscheidungen verursachen), die st\u00e4ndige Erzeugung von Knappheit, Mangel und schlechter Qualit\u00e4t der Ressourcen, die sie zu mobilisieren und zu kontrollieren versuchen, die Manipulation von Informationen, um sich selbst politisch zu st\u00e4rken, und die Korrumpierung der grundlegenden Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit. Die Entstehung all dieser aufeinanderfolgenden und verwobenen Ph\u00e4nomene ist seit dem Auftreten der Pandemie und seitdem sich der Staat daran machte, diese zu bek\u00e4mpfen unvermeidlich zu beobachten. Diese Ph\u00e4nomene resultieren, wir wiederholen es, nicht aus einem Fehlverhalten der \u00f6ffentlichen Bediensteten, sondern sie sind dem System inh\u00e4rent, das auf dem Versuch beruht soziale Probleme durch die systematische Anwendung von Zwang zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Als Beispiel empfehlen wir dem Leser, die von Jos\u00e9 Manuel Romero und Oriol G\u00fcell ausgearbeitete Forschungsarbeit mit dem Titel &#8220;El libro blanco de la Pandemia&#8221;(15) im Lichte der von uns vorgestellten theoretischen Analyse \u00fcber die Unm\u00f6glichkeit des Etatismus im Detail zu lesen. Praktisch alle M\u00e4ngel und Unzul\u00e4nglichkeiten des Etatismus werden Schritt f\u00fcr Schritt dargestellt. Die Autoren, Journalisten von Beruf, h\u00e4ngen dem naiven Glauben an, dass ihre Beschreibung der Tatsachen dazu dienen wird, die gleichen Fehler in der Zukunft zu vermeiden. Sie verstehen nicht, dass diese Fehler ihren Ursprung weniger in politischen Fehlern oder Managementfehlern haben, sondern vielmehr in der eigentlichen Logik des Systems von Regulierung, Planung und staatlichem Zwang begr\u00fcndet liegen. Dieses System erzeugt immer, auf die eine oder andere Weise, die gleichen Effekte von mangelnder Koordination, Ineffizienz und Ungerechtigkeit. Mit Hilfe dieser Arbeit, und als ein Beispiel unter vielen anderen, k\u00f6nnen wir auf die Chronologie der Ereignisse verweisen, die von den Autoren perfekt beschrieben wurde, und auch die kostbaren Wochen nachvollziehen, die verloren gingen, als bereits am 13. Februar 2020 \u00c4rzte des staatlichen Krankenhauses von Valencia Arnau de Vilanova erfolglos darum k\u00e4mpften, von den Gesundheitsbeh\u00f6rden des Bundeslandes (und der Zentralregierung) die Genehmigung zu erhalten, Proben auf Coronaviren zu testen, die sie einem 69-j\u00e4hrigen Patienten entnommen hatten, der mit Symptomen gestorben war, von denen sie annahmen, dass es sich um Covid-19 handeln k\u00f6nnte. Doch sie stie\u00dfen auf die harte Realit\u00e4t: Die zust\u00e4ndigen zentralen Gesundheitsplanungsstellen (Gesundheitsministerium in Madrid und das regionale Gesundheitsministerium des Bundeslandes) verweigerten wiederholt die Genehmigung, weil der verd\u00e4chtige Patient (viele Wochen sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass er tats\u00e4chlich an Covid gestorben war) nicht die daf\u00fcr notwendigen Bedingungen erf\u00fcllte, die zuvor (am 24. Januar) von der Beh\u00f6rde festgelegt worden waren, n\u00e4mlich: in den 14 Tagen vor dem Auftreten der Symptome nach Wuhan gereist zu sein oder Kontakt zu Personen gehabt zu haben, bei denen die Krankheit diagnostiziert worden war. In einem dezentralisierten System der freien Marktwirtschaft, das die Initiative und die Kreativit\u00e4t der beteiligten Akteure nicht einschr\u00e4nkt, w\u00e4re es nat\u00fcrlich nicht zu einem solchen Fehltritt gekommen. Dann h\u00e4tte man einige wichtige Wochen fr\u00fcher gewusst, dass das Virus in Spanien bereits frei zirkulierte, und h\u00e4tte Ma\u00dfnahmen zur Vorbeugung und Bek\u00e4mpfung der Pandemie ergreifen k\u00f6nnen (zum Beispiel w\u00e4re es m\u00f6glich gewesen, unter anderem die feministischen Demonstrationen vom 8. M\u00e4rz abzusagen).<\/p>\n<p>Das ausgezeichnete Buch von Mikel Buesa, das wir bereits erw\u00e4hnt haben,(16) ist auch sehr bemerkenswert, wenn es darum geht, die Litanei von Fehlern, mangelnder Koordination, Korruption, Manipulation von Informationen, Verletzung von Rechten und L\u00fcgen aufzudecken (vor allem auf den Seiten 118 ff.), die sich nat\u00fcrlich und unausweichlich aus der T\u00e4tigkeit der verschiedenen Ebenen des Staates im Umgang mit der Pandemie ergaben. So zum Beispiel, wie &#8220;die Befehle zur Beschlagnahmung medizinischer Ger\u00e4te von den spanischen Herstellern logischerweise als Angriff auf ihre wirtschaftlichen Unternehmungen interpretiert wurden, was zu einem Produktions- und Importstopp f\u00fchrte&#8221; (S. 109), ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als es am dringendsten war, \u00c4rzte und medizinisches Personal, die sich t\u00e4glich ihrer Arbeit ohne die notwendigen Schutzmittel stellten, vor Ansteckung zu sch\u00fctzen. Oder wie die Beschlagnahmungen, die im Auftrag des Staates beim Zoll stattfanden, dazu f\u00fchrten, dass Auftr\u00e4ge f\u00fcr Millionen von Masken verloren gingen, weil die entsprechenden Lieferanten es vorzogen, sie an andere Kunden zu schicken, aus Angst, dass die Regierung die Ware beschlagnahmen w\u00fcrde (ibidem). Oder der Fall, einer unter vielen anderen, eines galizischen Fabrikanten, der sein Material auf Befehl des Staates in einem Lagerhaus lagern lie\u00df, ohne dass jemand es beanspruchte (S. 110-111). Oder der Fall der spanischen Firmen, die auf die Herstellung von PCR&#8217;s spezialisiert sind und deren Lagerbest\u00e4nde und Produktion vom Staat in Beschlag genommen wurden, so dass sie nicht mehr als 60.000 PCR&#8217;s pro Tag herstellen und die in- und ausl\u00e4ndische Nachfrage nicht befriedigen konnten (S. 119); und dies wurde durch den Engpass versch\u00e4rft, der sich aus dem Nichtvorhandensein von Tupfern f\u00fcr die Probenextraktion ergab, der sofort h\u00e4tte gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, wenn man den spanischen Herstellern freie Hand gelassen h\u00e4tte (S. 114). Oder die allgemeine Verknappung von Masken, Desinfektionsgelen und Nitrilhandschuhen auf dem Markt durch staatliche Regulierung und Preisobergrenzen, und das alles in den Monaten der maximalen Ausbreitung des Virus (S. 116).(17) Oder wie von 971 Millionen Einheiten verschiedener Produkte (Masken, Handschuhe, Kittel, Beatmungs- und Diagnoseger\u00e4te usw.), die seit M\u00e4rz gekauft worden waren, bis September 2020 nur 226 Millionen verteilt wurden, w\u00e4hrend der Rest in mehreren Industrielagern &#8220;auf Halde&#8221; lagert (S. 118).<\/p>\n<p>Und so weiter und so fort, in einer endlose Reihe, die wie eine Beschreibung der systematischen Ineffizienzen von Produktion und Verteilung in der untergegangenen Sowjetunion w\u00e4hrend des letzten Jahrhunderts wirkt, die zum endg\u00fcltigen Zusammenbruch des kommunistischen Regimes nach 1989 f\u00fchrten.(18)<\/p>\n<p>Und wir wiederholen, all dies war nicht auf den Mangel an Arbeit, Management und gar guten Absichten unserer Regierungen zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern auf ihren Mangel an den elementarsten Kenntnissen der \u00d6konomie (und das, obwohl wir Philosophieprofessoren und sogar &#8220;Doktoren&#8221; in unserem Fach an der Spitze der spanischen Regierung hatten). Es sollte also nicht \u00fcberraschen, dass sie in einem Moment h\u00f6chster Dringlichkeit und Schwierigkeit, wie es Regierende immer tun, weil das genau ihre Rolle oder Aufgabe im staatlichen Rahmen ist, auf Zwang, Regulierung, Konfiszierung usw. setzten, statt auf die Freiheit des Unternehmertums, der Produktion und des Vertriebs, und darauf, die private Initiative und die freie Aus\u00fcbung der unternehmerischen Funktion zu unterst\u00fctzen, statt sie zu behindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Andere von der Theorie vorhergesagte Kollateraleffekte des Etatismus<\/strong><\/p>\n<p>Abgesehen von den grundlegenden Effekten der Fehlanpassung, des Mangels an Koordination, der Verantwortungslosigkeit und des Mangels an Wirtschaftsrechnung erzeugt der Etatismus eine ganze Reihe weiterer negativer Effekte, die auch im letzten Teil des Kapitels III meines Buches \u00fcber den Sozialismus untersucht werden.(19) Ein weiteres typisches Merkmal des Etatismus und der Beh\u00f6rden, die ihn verk\u00f6rpern, ist der Versuch, Krisen, in diesem Fall die durch die Pandemie entstandene, nicht nur zum Machterhalt, sondern vor allem zum weiteren Ausbau dieser Macht auszunutzen, indem sie die B\u00fcrger zu diesem Zweck mit politischer Propaganda manipulieren und sogar systematisch t\u00e4uschen.(20) So haben die chinesischen Beh\u00f6rden seit dem Auftreten der Pandemie zun\u00e4chst versucht, das Problem zu vertuschen, indem sie die \u00c4rzte, die es anprangerten, verfolgten und schikanierten, und dann eine dreiste Kampagne zur Verringerung der Zahl der Todesf\u00e4lle, der Verschleierung und der mangelnden Transparenz unternahmen, die mindestens bis heute anh\u00e4lt. Denn zu diesem Zeitpunkt (Januar 2021), also mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie, hat die chinesische Regierung der internationalen Kommission, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) organisiert wurde, um unabh\u00e4ngig den wahren Ursprung der Pandemie zu untersuchen, noch keinen Zugang zu ihrem Land gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Im Fall des spanischen Staates haben die oben genannten Arbeiten mehrere L\u00fcgen dokumentiert, die absichtlich und systematisch in Form von politischer Propaganda lanciert wurden, um die \u00d6ffentlichkeit zu manipulieren und zu t\u00e4uschen, so dass diese die wahren Kosten des staatlichen Managements nicht sch\u00e4tzen konnte. Unter ihnen heben wir wegen ihrer Wichtigkeit folgende hervor: erstens die tats\u00e4chliche Zahl der Todesf\u00e4lle (laut Mikel Buesa wurden bisher nur 56,4 Prozent von insgesamt fast 90.000 gemeldet -p. 76-); zweitens die Gesamtzahl der tats\u00e4chlich Infizierten (je nach Zeitpunkt der Pandemie zwischen dem F\u00fcnf- und Zehnfachen der gemeldeten F\u00e4lle); und drittens die falschen, um 50 Prozent aufgebl\u00e4hten Daten, die die Regierung Ende M\u00e4rz 2020 vors\u00e4tzlich der Financial Times hinsichtlich der durchgef\u00fchrten PCR-Tests (355.000 statt der echten 235.000) zur Verf\u00fcgung stellte und die dann von der Regierung selbst \u00f6ffentlich benutzt wurden, um sich damit zu br\u00fcsten, eines der L\u00e4nder mit den meisten durchgef\u00fchrten Tests zu sein (z.B. S. 113 in Buesas Buch).<\/p>\n<p>Staaten im Allgemeinen und ihre Regierungen im Besonderen streben ihre Ziele immer in einer <em>extensiven <\/em>und <em>voluntaristischen <\/em>Weise an(21), indem sie so tun, als ob durch den blo\u00dfen Zwangswillen, der in ihren Befehlen und Vorschriften verk\u00f6rpert ist, die beabsichtigten Ziele erreicht werden. Extensiv, da die Erreichung der verfolgten Ziele nur anhand der am leichtesten messbaren Parameter bewertet wird, in diesem Fall die Anzahl der Todesf\u00e4lle, die kurioserweise in der offiziellen Statistik, wie wir gesehen haben, um fast die H\u00e4lfte reduziert werden konnten. Und was die Prostitution des Rechts und der Justiz betrifft, die ebenfalls eine typische Nebenwirkung des Sozialismus ist(22), so dokumentiert Buesa detailliert den Machtmissbrauch und den ungeschickten und verfassungswidrigen Gebrauch des Alarmzustands. Statt eines Alarmzustands w\u00e4re die Ausrufung eines echten Ausnahmezustands mit allen in der Verfassung vorgesehenen Kontrollgarantien angemessen gewesen. Durch die Ausrufung des Alarmzustands wurden sowohl die so genannte &#8220;Rechtsstaatlichkeit&#8221; als auch der wesentliche Inhalt der Verfassung missachtet (Buesa, S. 96-108 und 122).<\/p>\n<p>Besonders hervorzuheben ist die Abh\u00e4ngigkeit und Komplizenschaft einer ganzen Koryph\u00e4e von Wissenschaftlern, &#8220;Experten&#8221; und Intellektuellen gegen\u00fcber dem Staat. Diese Koryph\u00e4en sind von der politischen Macht abh\u00e4ngig und setzen sich daf\u00fcr ein, allen vom Staat ausgehenden Entscheidungen einen vermeintlich wissenschaftlichen R\u00fcckhalt zu geben und so die Aura der Wissenschaft zu nutzen, um die Zivilgesellschaft zu entwaffnen und wehrlos zu machen. Das &#8220;Social Engineering&#8221; oder der wissenschaftliche Sozialismus ist eine der typischsten und perversesten Erscheinungsformen des Etatismus, weil er einerseits zu rechtfertigen vorgibt, dass Experten aufgrund ihres angeblich h\u00f6heren Ausbildungs- und Wissensstandes legitimiert sind, unser Leben zu lenken, und andererseits versucht, jede Beschwerde oder Opposition abzublocken, indem er einfach die angebliche Unterst\u00fctzung der Wissenschaft anf\u00fchrt. Kurz gesagt, die Regierungen wollen uns glauben machen, dass sie aufgrund des angeblich gr\u00f6\u00dferen Wissens und der intellektuellen \u00dcberlegenheit ihrer wissenschaftlichen Berater gegen\u00fcber dem Rest der normalen B\u00fcrger legitimiert sind, die Gesellschaft mittels Zwangsbefehlen so zu gestalten, wie sie es w\u00fcnschen. An anderer Stelle(23) habe ich auf die Litanei von Irrt\u00fcmern hingewiesen, in die dieser von der fatalen Arroganz der &#8220;Experten&#8221; und Techniker gespeiste &#8220;Machtrausch&#8221; verf\u00e4llt. Diese Arroganz hat ihren Ursprung in dem fundamentalen Irrtum zu glauben, dass die verstreuten praktischen Informationen, die von den Akteuren des sozialen Prozesses st\u00e4ndig erzeugt und weitergegeben werden, mit wissenschaftlichen Mitteln auf zentralisierte Weise erkannt, artikuliert, gespeichert und analysiert werden k\u00f6nnen, was theoretisch und praktisch unm\u00f6glich ist.(24)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pandemie: Freie Gesellschaft und Marktwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Man kann nicht wissen, wie eine freie Gesellschaft, die nicht durch den systematischen Zwang des staatlichen Interventionismus geg\u00e4ngelt wird, einer so ernsten Pandemie wie der gegenw\u00e4rtigen begegnen w\u00fcrde, die zweifellos auch in wirtschaftlicher und gesundheitlicher Hinsicht tiefgreifende Auswirkungen haben w\u00fcrde. Aber es ist klar, dass die gesellschaftliche Antwort auf unternehmerischer Kreativit\u00e4t und dynamischer Effizienz bei der Erkennung und Bew\u00e4ltigung von auftretenden Problemen beruhen w\u00fcrde. Und gerade dieser Impuls der unternehmerischen Kreativit\u00e4t verhindert, dass wir die L\u00f6sungen im Detail kennen, da die unternehmerischen Informationen bisher noch nicht geschaffen wurden, weil der monopolistische Staatszwang dies verhindert. Daher sind die L\u00f6sungen heute nicht bekannt und k\u00f6nnen es auch gar nicht sein. Trotzdem gibt uns die unternehmerische Kreativit\u00e4t gleichzeitig die Gewissheit, dass die Probleme tendenziell sehr agil und effizient erkannt und gel\u00f6st werden w\u00fcrden.(25) Das ist, wie wir analysiert haben, genau das Gegenteil von dem, was beim Staat und dem gemeinsamen Handeln seiner Politiker und B\u00fcrokraten geschieht, egal wie viel guten Willen und Arbeit sie in ihre Bem\u00fchungen stecken. Und obzwar wir uns die enorme Vielfalt, den Reichtum und den Erfindergeist, die mobilisiert w\u00fcrden, um mit den Problemen umzugehen, die sich aus einer Pandemie in einer freien Gesellschaft ergeben w\u00fcrden, nicht einmal vorstellen k\u00f6nnen, haben wir verschiedene Anhaltspunkte, die es uns erlauben, eine ungef\u00e4hre Vorstellung von dem v\u00f6llig anderen Szenario zu bekommen, das sich in einem vom Staatszwang freien Umfeld ergeben w\u00fcrde. (26)<\/p>\n<p>So w\u00fcrden zum Beispiel im Gegensatz zu absoluten und allumfassenden Lockdowns &#8211; und der damit einhergehenden erzwungenen wirtschaftlichen Schlie\u00dfung &#8211; (Ma\u00dfnahmen die, das sollte nicht vergessen werden, ihren Ursprung nicht zuletzt im kommunistischen China haben), in einer freien Gesellschaft viel dezentralere Ma\u00dfnahmen eines disaggregierten &#8220;mikro&#8221;-Typs vorherrschen, wie etwa selektive Schlie\u00dfungen auf der Ebene von (privaten) Wohnsiedlungen, Eigent\u00fcmergemeinschaften, Gemeinden, Unternehmen, Residenzen usw. Angesichts der Zensur in den entscheidenden Wochen des Beginns der Pandemie (und der Verfolgung derjenigen, die die Zensur aufdeckten), w\u00fcrden Informationen mit enormer Geschwindigkeit frei und effizient gefiltert. Angesichts der Langsamkeit und Unbeholfenheit bei Kontrolle und Testen, w\u00fcrden m\u00f6glicherweise Infizierte von Anfang an von Gesch\u00e4ftsleuten und Besitzern von Krankenh\u00e4usern, Wohnheimen, Flugh\u00e4fen, Bahnh\u00f6fen, Transportmitteln usw. aus eigenem Interesse und dem ihrer Kunden sofort und mit gro\u00dfer Agilit\u00e4t kontrolliert und getestet. Von punktuellen Ausnahmen abgesehen g\u00e4be es in einer freien Gesellschaft und einem freien Markt keine ernsthaften Probleme mit Knappheit oder Engp\u00e4ssen. Die Verwendung von Masken w\u00fcrde nicht entmutigt werden, wenn die halbe Welt sie mit guten Ergebnissen verwendet hat, noch w\u00fcrde ihre Verwendung in allen F\u00e4llen pauschal auferlegt werden. Der unternehmerische Einfallsreichtum w\u00fcrde sich auf das Testen, Entdecken und Innovieren von L\u00f6sungen konzentrieren, und zwar auf eine polyzentrische und wettbewerbsorientierte Art und Weise und nicht, wie es jetzt geschieht. Jetzt wird durch die zentrale und monopolistische Planung des Staates der gr\u00f6\u00dfte Teil des kreativen Potenzials der Menschheit blockiert und bet\u00e4ubt.(27) Ganz zu schweigen von dem enormen Unterschied und Vorteil bei der Erforschung und Entdeckung von Heilmitteln und Impfstoffen, die die Privatinitiative und das private Unternehmertum haben. Selbst unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden sind die Staaten gezwungen, auf die Privatinitiative zur\u00fcckzugreifen, um schnell an Heilmittel und Impfstoffe heranzukommen, da ihre bombastischen und gut finanzierten \u00f6ffentlichen Forschungsinstitute nicht in der Lage sind, rechtzeitig wirksame L\u00f6sungen anzubieten.(28) Und dasselbe k\u00f6nnte man \u00fcber die viel gr\u00f6\u00dfere Agilit\u00e4t und Effizienz der privaten Gesundheitsnetzwerke (Krankenkassen, private Krankenh\u00e4user, religi\u00f6se Einrichtungen, Stiftungen aller Art usw.) sagen, mit der zus\u00e4tzlichen M\u00f6glichkeit, die Kapazit\u00e4ten in Krisenzeiten mit viel gr\u00f6\u00dferer Elastizit\u00e4t und Geschwindigkeit zu erweitern (als Beispiel sei daran erinnert, dass kurioserweise fast 80 Prozent der spanischen Beamten selbst &#8211; einschlie\u00dflich der Vizepr\u00e4sidentin der sozialistischen Regierung &#8211; aus freien St\u00fccken die private Gesundheitsversorgung der \u00f6ffentlichen vorziehen. Ungerechterweise steht diese Option dem Rest ihrer spanischen Mitb\u00fcrger nicht offen. Dennoch hat mindestens ein Viertel von ihnen das Opfer auf sich genommen zus\u00e4tzlich zu der \u00f6ffentlichen Zwangskrankenversicherung eine private Krankenversicherung abzuschlie\u00dfen). Und so weiter und so fort.(29)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Servilit\u00e4t und B\u00fcrgergehorsam<\/strong><\/p>\n<p>Zum Abschluss dieses Abschnitts sollten wir uns vielleicht die Frage stellen, warum trotz aller Unzul\u00e4nglichkeiten, Unterversorgung und Widerspr\u00fcche der staatlichen Verwaltung, die durch die \u00f6konomische Analyse aufgedeckt wurden(30), die Mehrheit der B\u00fcrger, verf\u00fchrt von ihren Politikern und Beh\u00f6rden, ihnen weiterhin mit ebenso viel Resignation wie Disziplin gehorcht. Seit dem Erscheinen seiner <em>Abhandlung \u00fcber die freiwillige Knechtschaft <\/em>im Jahr 1574 hat Etienne de la Bo\u00e9tie(31) vier Erkl\u00e4rungsfaktoren f\u00fcr die Unterw\u00fcrfigkeit der B\u00fcrger gegen\u00fcber Herrschern und Obrigkeiten identifiziert, die auch heute noch sehr relevant sind: die Gewohnheit, jemandem zu gehorchen, deren Ursprung in Stammes- und Familienvergangenheit liegt, wird auf die Ebene der gesamten Gesellschaft extrapoliert; die immerw\u00e4hrende Selbstdarstellung der politischen Macht mit einem &#8220;heiligen&#8221; Etikett (Gottesgnadentum in der Vergangenheit, Volkssouver\u00e4nit\u00e4t und demokratische Unterst\u00fctzung heute), das die vermeintliche Gehorsamspflicht legitimieren w\u00fcrde; die st\u00e4ndige Schaffung einer gro\u00dfen Gruppe von bedingungslosen Unterst\u00fctzern (fr\u00fcher &#8220;Pr\u00e4torianer&#8221;-Gardisten, heute Experten, Beamte etc. ), deren Existenz von der politischen Macht abh\u00e4ngt, und welche die politische Macht kontinuierlich unterst\u00fctzen, ihr zujubeln und sie bewahren; schlie\u00dflich der Kauf der Unterst\u00fctzung des Volkes durch die kontinuierliche Gew\u00e4hrung von Subventionen (fr\u00fcher die Subventionierung von Mieten und Preisen, heute z.B. Leistungen des selbstgef\u00e4llig so bezeichneten &#8220;Wohlfahrtsstaates&#8221;), die die B\u00fcrger progressiv und irreversibel von der politischen Macht abh\u00e4ngig machen. Nimmt man noch die (vom Staat selbst gesch\u00fcrte) Angst hinzu, die vor allem in Zeiten schwerer Krisen (Kriege, Pandemien) die Aufforderung an den Herrscher hervorruft, etwas zu tun, so erkl\u00e4rt dies die Zunahme und Verfestigung des unterw\u00fcrfigen Verhaltens der B\u00fcrger vor allem in solchen Situationen. Aber sobald man die theoretischen und philosophischen Begriffe ein wenig tiefer untersucht, offenbart sich die fehlende moralische und ethische Legitimit\u00e4t der besonderen Autorit\u00e4t, die dem Staat zugeschrieben wird. Das hat unter anderem Michael Huemer in seinem Buch <em>The Problem of Political Authority <\/em>gezeigt.(32) Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir hier nicht diese schwerwiegende Problematik entwickeln, die ohne jeden Zweifel die Grundlage der wichtigsten sozialen Krise unserer Zeit (und in gewissem Sinne aller Zeiten) ist. Aber im Rahmen der von uns durchgef\u00fchrten wirtschaftlichen Analyse der Pandemien k\u00f6nnen wir sehen, dass es einen &#8220;Virus&#8221; gibt, der noch t\u00f6dlicher ist als die aktuelle Pandemie, und das ist kein anderer als der Etatismus, &#8220;der die menschliche Seele infiziert und uns alle angesteckt hat&#8221;.(33)<\/p>\n<p>____________________<\/p>\n<p>Japanisierung der Europ\u00e4ischen Union,\u201c verf\u00fcgbar auf <em>misesde.org<\/em>: https:\/\/<a href=\"http:\/\/www.misesde.org\/2020\/02\/die-japanisierung-der-europaeischen-union\/\">www.misesde.org\/2020\/02\/die-japanisierung-der-europaeischen-union\/<\/a><\/p>\n<p>(10) Ludwig von Mises, \u201cDie Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen\u201d, <em>Archiv f\u00fcr Sozialwissenschaft und Sozialpolitik<\/em>, N. 47, 1920, S. 86-121.<\/p>\n<p>(11) Ein weiteres konkretes historisches Beispiel, das sich in diesem Fall auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs in den letzten Jahren des Sowjetkommunismus ereignete, war die Explosion des Atomkraftwerks von Tschernobyl am 26. April 1986. Diese Katastrophe hat Anlass zu zahlreichen Kommentaren und Analysen gegeben. Kontext und Hauptumst\u00e4nde dieser Katastrophe werden in der Tschernobyl-Serie, die von HBO-SKY ab 2019 in f\u00fcnf Episoden produziert und vertrieben wird, bewundernswert dargestellt und machten diese Serie zur am besten bewerteten Fernseh-Miniserie der Geschichte.<\/p>\n<p>(12) Vgl. beispielsweise Mikel Buesa, <em>Abuso, de poder: el coronavirus en Espa\u00f1a. Incompetencia y fracaso en la gesti\u00f3n de la crisis, <\/em>Marcial Pons, Madrid 2020.<\/p>\n<p>(13) Jes\u00fas Huerta de Soto, <em>Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion, Lucius&amp;Lucius<\/em>, Stuttgart 2013, vor allem S. 47-96.<\/p>\n<p>(14)\u201cEs entsteht daher dieses unl\u00f6sbare Paradox: Je mehr eine Regierungsbeh\u00f6rde auf die Planung oder Kontrolle eines gesellschaftlichen Bereiches besteht, desto weniger wahrscheinlich wird sie ihre Ziele erreichen, weil sie nicht die notwendigen Informationen besitzt, um eine Gesellschaft zu organisieren und zu koordinieren. Vielmehr produziert sie schlimmere Fehlanpassungen und St\u00f6rungen, weil sie durch die Anwendung von Zwang die unternehmerische F\u00e4higkeit der Menschen einschr\u00e4nkt.\u201d, ibidem, S. 59-60.<\/p>\n<p>(15) Ver\u00f6ffentlicht in mehreren Ausgaben der Zeitung <em>El Pa\u00eds<\/em>, 14. und 21. Juni 2020.<\/p>\n<p>(16) Mikel Buesa, <em>Abuso de poder: El coronavirus en Espa\u00f1a. Incompetencia y fracaso en la gesti\u00f3n de la crisis<\/em>, op. cit. Professor Buesa betont jedoch eher die Inkompetenz der jeweiligen Politiker als das System selbst als Ursache f\u00fcr die Fehler, und im letzten Teil seiner ansonsten ausgezeichneten Arbeit schl\u00e4gt er praktisch nur, mit Ausnahme seiner Empfehlungen f\u00fcr den Arbeitsmarkt, aktivere Staatseingriffe vor, um die Dinge besser zu machen und aus der Krise herauszukommen (!). Ganz abgesehen von der fehlerhaften keynesianischen Interpretation, die er auf S. 203 vornimmt.<\/p>\n<p>(17) Preisobergrenzen erzeugen bekanntlich Knappheit, Verknappung und Schwarzm\u00e4rkte. Im Falle eines dringenden Bedarfs an einem Produkt (z.B. Gesichtsmasken) besteht die einzig sinnvolle Politik darin, die Preise zu liberalisieren, so dass sie soweit steigen wie n\u00f6tig, und die Massenproduktion zu f\u00f6rdern, bis der Nachfrageanstieg befriedigt und das Problem gel\u00f6st ist. Die Erfahrung zeigt, dass die Preise sehr bald wieder auf ihr vorheriges Niveau zur\u00fcckkehren (auf jeden Fall lange bevor die notwendige Produktionssteigerung durch \u00f6ffentliche Kan\u00e4le erreicht wird, die immer, anders als auf einem freien Markt, sp\u00e4t, tr\u00f6pfchenweise und mit sehr geringer Qualit\u00e4t eintrifft). Das Argument, dass hohe Preise nicht fair sind, macht also keinen Sinn, denn die Alternative ist viel schlimmer: viel l\u00e4ngere Knappheit, Schwarzmarkt und schlechte Qualit\u00e4t; wenn wir sicherstellen wollen, dass die am meisten Benachteiligten Masken zu einem niedrigen Preis und so schnell wie m\u00f6glich erwerben k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir den Preis von Anfang an so weit steigen lassen, wie es der Markt bestimmt.<\/p>\n<p>(18) Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen wiederholen sich all diese Probleme, die wir gesehen haben, in dem langsamen und unkoordinierten Prozess (der ebenfalls von den staatlichen Beh\u00f6rden unter v\u00f6lligem Ausschluss privater Initiative monopolisiert wurde) bez\u00fcglich der Verteilung und Impfung.<\/p>\n<p>von Covid-19 an die gesamte Bev\u00f6lkerung. Siehe Hans-Werner Sinn, &#8220;La debacle vacunatoria en Europa&#8221;, <em>Expansi\u00f3n<\/em>, Montag, 1. Februar 2021, Seite 38.<\/p>\n<p>(19) Jes\u00fas Huerta de Soto, <em>Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion<\/em>, op.cit., S. 65- 82.<\/p>\n<p>(20) \u201cZudem werden sozialistische Systeme dazu tendieren, ihre politische Propaganda zu \u00fcbertreiben. Durch diese m\u00f6chten sie die Effekte der Befehle auf den gesellschaftlichen Prozess idealisieren, w\u00e4hrend sie zugleich betonen, dass das Fehlen der Eingriffe negative Folgen f\u00fcr die Gesellschaft nach sich ziehen w\u00fcrde. Der systematische Betrug an der Bev\u00f6lkerung, die Verf\u00e4lschung von Fakten [\u2026] um die \u00d6ffentlichkeit von der Notwendigkeit zu \u00fcberzeugen, Strukturen beizubehalten und zu verst\u00e4rken \u2013 all das sind typische Merkmale der korrumpierenden Folgen, die der Sozialismus auf Regierungen und Beh\u00f6rden aus\u00fcbt. \u201dJes\u00fas Huerta de Soto, <em>Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion<\/em>, op.cit, p. 73. Wieder einmal spiegelt sich das Regierungshandeln in der beunruhigenden Frage, die die bereits erw\u00e4hnte Serie <em>Tschernobyl <\/em>abschlie\u00dft: &#8220;Was waren die wahren Kosten der L\u00fcgen?\u201d<\/p>\n<p>(21) Ibidem S. 70.<\/p>\n<p>(22) Ibidem, S. 75-80.<\/p>\n<p>(23) Ibidem, S. 86-89.<\/p>\n<p>(24) Die durch den Interventionismus erzeugten st\u00e4ndigen Fehlentwicklungen werden von Experten und Machthabern in der Regel auf die &#8220;mangelnde Zusammenarbeit&#8221; der B\u00fcrger zur\u00fcckgef\u00fchrt und als weitere Rechtfertigung f\u00fcr neue Dosen institutionellen Zwangs in einem Prozess totalit\u00e4ren Machtzuwachses verwendet, der angesichts des wachsenden Koordinationsmangels in der Regel von st\u00e4ndigen &#8220;Schocks, pl\u00f6tzlichen Politikwechseln und radikalen Ver\u00e4nderungen der Inhalte von Anweisungen oder deren Anwendungsgebieten \u2013 alles in der unn\u00fctzen Hoffnung, durch asymmetrische Experimente mit neuen Typen und Formen des Sozialismus L\u00f6sungen f\u00fcr die besprochenen unl\u00f6sbaren Aufgaben anzubieten\u201d, begleitet wird. Vielleicht ist die besch\u00e4mende Episode mit den Masken, von denen die Experten zun\u00e4chst abrieten, um sie zwei Monate sp\u00e4ter selbst im Freien (!) f\u00fcr unverzichtbar und obligatorisch zu erkl\u00e4ren, eine perfekte Illustration dieses Punktes. Siehe, Jes\u00fas Huerta de Soto, <em>Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion<\/em>, op. cit, S. 67. Siehe auch: &#8220;Macron y la vacunaci\u00f3n&#8221;, <em>El Pa\u00eds<\/em>, Sonntag, 10. Januar 2021, S. 10. Und das alles, ohne die tragische Realit\u00e4t der Diskriminierung zu erw\u00e4hnen, der die \u00f6ffentlichen Beh\u00f6rden die Altenheime unterworfen haben, oder die Tatsache, dass in den kritischsten Momenten der Pandemie bei vielen Gelegenheiten ein Beamter (ein \u00f6ffentlicher Krankenhausarzt) dar\u00fcber entschied, welche kritischen Covid-19-Patienten es verdienten zu leben oder nicht.<\/p>\n<p>(25) Israel Kirzner, <em>Discovery and the Capitalist Process<\/em>, The University of Chicago Press, Chicago und London 1985, S. 168.<\/p>\n<p>(26) Die Nutzung der Logistik- und Transportknotenpunkte mit China durch das Privatunternehmen INDITEX (\u201eZara\u201c) erm\u00f6glichte es beispielsweise, in Rekordzeit mehr als 35 Millionen Hygieneschutzeinheiten (sowie 1200 Atemschutzger\u00e4te) nach Spanien zu bringen, die \u00fcber die \u00fcblichen \u00f6ffentlichen Kan\u00e4le viel sp\u00e4ter und in schlechteren Konditionen angekommen w\u00e4ren. Ein anderes Beispiel ist der Fall des Restaurants &#8220;Coque&#8221;, mit zwei Sternen im Guide Michelin, das in Madrid Tausende von Mahlzeiten f\u00fcr Bed\u00fcrftige und Betroffene der Pandemie zubereitet und verteilt hat, usw., usf.<\/p>\n<p>(27) Siehe unter vielen anderen den klassischen Aufsatz von F. A. Hayek, \u201cCompetition as a Discovery Procedure\u201d, in <em>New Studies in Philosophy, Politics, Economics and the History of Ideas<\/em>, Routledge, London 1978.<\/p>\n<p>(28) Die Regierungen prangern st\u00e4ndig und mit zweierlei Ma\u00df jedes noch so kleine Versagen im privaten Sektor an, w\u00e4hrend die viel gr\u00f6\u00dferen und eklatanteren Vers\u00e4umnisse im \u00f6ffentlichen Sektor als endg\u00fcltiger Beweis daf\u00fcr angesehen werden, dass der \u00f6ffentliche Sektor nicht genug ausgibt und dass die \u00f6ffentlichen Ausgaben und Steuern weiter erh\u00f6ht werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>(29) Es liegt auf der Hand, dass diejenigen Beh\u00f6rden, die etwas weniger in die Freiheit ihrer B\u00fcrger eingegriffen und die weniger Zwang angewendet haben, wie beispielsweise Hongkong, Korea, Singapur oder, was uns n\u00e4her liegt, innerhalb Spaniens das Bundesland Madrid vergleichsweise positivere Ergebnisse erzielen, obwohl sie die unl\u00f6sbaren Probleme des staatlichen Interventionismus nicht loswerden konnten. Diese positiven Beispiele sind ein zus\u00e4tzlicher Hinweis und eine Veranschaulichung zu jenen, die wir bereits im Haupttext kommentiert haben. Im \u00dcbrigen deutet das popul\u00e4re Sprichwort, dass &#8220;die eine H\u00e4lfte Spaniens damit besch\u00e4ftigt ist, die andere H\u00e4lfte zu regulieren, zu kontrollieren oder zu sanktionieren&#8221;, und hinter dem viel Wahres steckt, darauf hin, dass es zumindest einen positiven Effekt des radikalen Lockdowns und des Stillstands des Lebens gibt. Dieser besteht gerade darin, dass die Zivilgesellschaft zumindest teilweise und f\u00fcr einige Monate ein Nachlassen des Drucks der Regulierung, Kontrolle und Sanktionierung sp\u00fcren konnte.<\/p>\n<p>(30) Wir haben im Haupttext nicht auf die Beitr\u00e4ge der so genannten &#8220;Public-Choice-Schule&#8221; hingewiesen, die die Vers\u00e4umnisse der demokratischen \u00f6ffentlichen Verwaltung herausstellt (insbesondere die so genannten Auswirkungen der Rationalit\u00e4t der Unwissenheit der W\u00e4hler, die perverse Rolle privilegierter Interessengruppen, die Kurzsichtigkeit und Kurzfristigkeit der Regierung und die gr\u00f6\u00dfenwahnsinnige und ineffiziente Natur der B\u00fcrokratien) und die in den 1980er Jahren popul\u00e4r wurde (als ihr wichtigster und bahnbrechender F\u00f6rderer James M. Buchanan 1986 den Nobelpreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften erhielt). Ihr Argumente m\u00fcssen hier als wiedergegeben betrachtet werden (siehe auch die Bibliographie, die ich in Fu\u00dfnote 100, S. 72 meines Buches <em>Sozialismus, Wirtschaftsrechnung und unternehmerische Funktion<\/em>, op. cit., zitiere).<\/p>\n<p>(31) Es gibt verschiedene deutsche Ausgaben, beispielsweise jene von J\u00fcrgen M\u00fcller, ver\u00f6ffentlicht im M\u00e4rz 2013 durch den Verlag Ahrend &amp; Wenger.<\/p>\n<p>(32) \u00dcbersetzt ins Spanische von Javier Serrano und ver\u00f6ffentlicht von Editorial Planeta-Deusto, in Bilbao im Jahr 2019. Das Buch tr\u00e4gt den suggestiven Untertitel &#8220;An Examination of the Right to Coerce and the Duty to Obey&#8221;.<\/p>\n<p>(33) Jes\u00fas Huerta de Soto, \u201cIl virus pi\u00f9 letale\u201d, <em>Il Giornale<\/em>, Mil\u00e1n, 14 Mai 2020, S. 1 und 24. Eine Version wurde sp\u00e4ter als, \u201cEl virus m\u00e1s letal\u201d, <em>Procesos de Mercado<\/em>, vol. XVII, n\u00ba 1, Primavera 2020, S.439-441 ver\u00f6ffenlicht. Der Beitrag wurde unter dem Titel \u201eGef\u00e4hrlicher als das Virus\u201c am 1. Juli 2020 auf <em>Tichy\u00b4s Einblick <\/em>ver\u00f6ffentlicht: https:\/\/<a href=\"http:\/\/www.tichyseinblick.de\/gastbeitrag\/je-weiter-weg-vom-geschehen-desto-\">www.tichyseinblick.de\/gastbeitrag\/je-weiter-weg-vom-geschehen-desto-<\/a> falscher-die-politik\/.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"parent":8160,"menu_order":0,"template":"","article-language":[],"class_list":["post-8203","articulo","type-articulo","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/articulo\/8203","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/articulo"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/articulo"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/articulo\/8160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8203"}],"wp:term":[{"taxonomy":"article-language","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/article-language?post=8203"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}