{"id":8213,"date":"2021-05-01T22:08:11","date_gmt":"2021-05-01T20:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/?page_id=8213"},"modified":"2021-05-01T22:29:09","modified_gmt":"2021-05-01T20:29:09","slug":"dynamische-effizienz-als-notwendige-und-hinreichende-bedingung-fur-die-erholung-der-wirtschaft-von-einer-pandemie","status":"publish","type":"articulo","link":"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/articles\/articles-in-deutch\/die-okonomischen-effekte-der-pandemie\/dynamische-effizienz-als-notwendige-und-hinreichende-bedingung-fur-die-erholung-der-wirtschaft-von-einer-pandemie\/","title":{"rendered":"Die Pandemie als Vorwand f\u00fcr die Versch\u00e4rfung der fiskalischen und monet\u00e4ren Z\u00fcgellosigkeit von Regierungen und Zentralbanken."},"content":{"rendered":"<p><strong>Dynamische Effizienz als notwendige und hinreichende Bedingung f\u00fcr die Erholung der Wirtschaft von einer Pandemie<\/strong><\/p>\n<p>Jede Wirtschaft, die von einer Pandemie betroffen ist, muss einige Bedingungen erf\u00fcllen, die zun\u00e4chst die Anpassung an die neuen Umst\u00e4nde mit m\u00f6glichst geringen Kosten und nach Beendigung der Pandemie den Beginn einer gesunden und nachhaltigen Erholung erm\u00f6glichen. Wir haben bereits im ersten Teil dieses Beitrags gesehen, welche m\u00f6glichen strukturellen Auswirkungen eine Pandemie kurz-, mittel- und schlie\u00dflich langfristig haben kann und welche Rolle die durch die Pandemie erzeugte nat\u00fcrliche Zunahme der Unsicherheit zun\u00e4chst auf den Anstieg der Geldnachfrage und dessen Kaufkraft hat: Bei einem Lockdown, in dem die Produktion vor\u00fcbergehend gel\u00e4hmt ist, ist es besonders wichtig, dass es einen begleitenden R\u00fcckgang der Nachfrage gibt, um Konsumg\u00fcter und Dienstleistungen freizusetzen, und so den Mindestkonsumbedarf all derer zu decken, die gezwungen sind, ihre produktive Arbeitst\u00e4tigkeit auszusetzen. Mit anderen Worten: Der Anstieg der Kassenhaltung und die Senkung der nominalen Preise erleichtern die Anpassung der Verbraucher und der Wirtschaftsakteure an die schwierigen Umst\u00e4nde und erm\u00f6glichen gleichzeitig allen schnell zu reagieren, sobald das Ende des Tunnels in Sicht ist und das Vertrauen wieder zunimmt. Aber in jedem Fall muss die Wirtschaft &#8220;dynamisch effizient&#8221; sein,(34) damit sie in der Lage ist, die sich abzeichnenden Chancen zu entdecken und es m\u00f6glich zu machen, sie auch zu nutzen und den Aufschwung in Gang zu setzen. F\u00fcr eine dynamische Effizienz ist all das notwendig, was die freie Aus\u00fcbung der unternehmerischen Funktion, sowohl der kreativen als auch der koordinierenden, aller Wirtschaftsakteure erm\u00f6glicht und erleichtert. So sind die Akteure in der Lage, die verf\u00fcgbaren wirtschaftlichen Ressourcen f\u00fcr neue rentable und nachhaltige Investitionsprojekte zu mobilisieren, die sich auf die Produktion von G\u00fctern und Dienstleistungen konzentrieren, die die Bed\u00fcrfnisse der B\u00fcrger befriedigen und die von ihnen kurz-, mittel- und langfristig von sich aus nachgefragt werden. In einem Kontext von Volkswirtschaften, in die der Staat stark eingreift, wie die unsrigen, erfordert dies, dass der Prozess der Preisbildung und Festsetzung durch das freie Unternehmertum mit aller Agilit\u00e4t durchgef\u00fchrt wird. Daf\u00fcr m\u00fcssen die M\u00e4rkte maximal liberalisiert werden, insbesondere der Arbeitsmarkt und die M\u00e4rkte der \u00fcbrigen Produktionsfaktoren, indem alle die Wirtschaft verkrustenden Regulierungen beseitigt werden. Dar\u00fcber hinaus darf der \u00f6ffentliche Sektor nicht die Ressourcen verschwenden, die Unternehmen und Wirtschaftsakteure ben\u00f6tigen, um zun\u00e4chst mit den Verw\u00fcstungen der Pandemie fertig zu werden und zu \u00fcberleben und dann, wenn sich die Lage bessert, alle verf\u00fcgbaren Ersparnisse und ungenutzten Ressourcen f\u00fcr den Wiederaufbau zu nutzen. Es ist daher unerl\u00e4sslich, mit einer allgemeinen Steuersenkung fortzufahren, die ein Maximum an Ressourcen in den Taschen der B\u00fcrger bel\u00e4sst und vor allem die Unternehmensgewinne und die Kapitalakkumulation so weit wie m\u00f6glich von der Besteuerung befreit. Wir m\u00fcssen daran erinnern, dass Gewinne das wesentliche Signal sind, das die Unternehmer in ihrer unersetzlichen kreativen und koordinierenden Arbeit leitet, wenn es darum geht, profitable und nachhaltige Investitionsprojekte aufzusp\u00fcren, zu beginnen und abzuschlie\u00dfen. Diese Projekte schaffen dann dauerhafte Besch\u00e4ftigung. Zudem ist es notwendig, die Kapitalakkumulation zu f\u00f6rdern und nicht fiskalisch zu bestrafen, falls wir die arbeitenden Klassen und insbesondere die Schw\u00e4chsten beg\u00fcnstigen wollen, da die L\u00f6hne, die sie verdienen, letztlich durch ihre Produktivit\u00e4t bestimmt werden, die umso gr\u00f6\u00dfer sein wird, je h\u00f6her das Pro-Kopf-Kapitalvolumen in Form von immer gr\u00f6\u00dferen und anspruchsvolleren Kapitalg\u00fctern ist, die ihnen von den Unternehmern zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Und was den Arbeitsmarkt betrifft, so sollten alle Arten von Regulierungen vermieden werden, die das Arbeitsangebot, die Arbeitsmobilit\u00e4t und die volle Verf\u00fcgbarkeit der Arbeit f\u00fcr einen schnellen und agilen Wiedereinstieg in neue Investitionsprojekte reduzieren. Besonders sch\u00e4dlich sind daher die Festsetzung von Mindestl\u00f6hnen, die Versteifung und gewerkschaftliche Organisierung der Arbeitsbeziehungen im Unternehmen, die Behinderung und vor allem das gesetzliche K\u00fcndigungsverbot sowie die Schaffung von Subventionen und Hilfen (in Form von befristeten Besch\u00e4ftigungsregelungen, Arbeitslosengeld, Existenzminimum), die in Kombination die Suche und den Wunsch nach Arbeit und Besch\u00e4ftigung entmutigen k\u00f6nnen, wenn deutlich wird, dass es f\u00fcr viele interessanter ist, von Subventionen zu leben, ohne offiziell zu arbeiten und sich der Schattenwirtschaft zu widmen.(35)<\/p>\n<p>All diese strukturellen Ma\u00dfnahmen und Reformen m\u00fcssen mit der notwendigen Reform des Wohlfahrtsstaates kombiniert werden. Diese Reform zielt darauf ab, die Verantwortung f\u00fcr Renten, Gesundheit und Bildung an die Zivilgesellschaft zur\u00fcckzugeben und denjenigen, die dies w\u00fcnschen, die M\u00f6glichkeit zu geben, ihre Leistungen in den privaten Sektor auszulagern, mit einer entsprechenden Steuerreduzierung (wir haben bereits im vorherigen Abschnitt angedeutet, dass sich jedes Jahr fast 80 Prozent der Millionen von spanischen Beamten aus freien St\u00fccken f\u00fcr eine private Gesundheitsversorgung und gegen die \u00f6ffentliche entscheidet; daf\u00fcr muss es einen Grund geben&#8230;).<\/p>\n<p>Der Fahrplan f\u00fcr die am besten geeignetste Wirtschaftspolitik, um einer Pandemie zu begegnen und vor allem, um sich von ihr zu erholen, ist daher ziemlich klar. Seine wesentlichen Prinzipien sind den einen weithin bekannt, den anderen sogar ein &#8220;offenes Geheimnis.&#8221; Letzteres ist vor allem bei all jenen der Fall, die auf populistische Demagogie setzen. Diese Demagogie weckt falsche und unrealistische Erwartungen in einer Bev\u00f6lkerung, die in Zeiten einer Pandemie \u00e4u\u00dferst ver\u00e4ngstigt und desorientiert ist.(36)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ersch\u00f6pfung der ultralockeren Geldpolitik in den Jahren vor der Pandemie<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir uns nun auf die aktuelle Covid-19-Pandemie konzentrieren, die wir als Hauptbeispiel in dieser Arbeit analysiert haben, lohnt es sich, eine sehr wichtige Besonderheit hervorzuheben, die die k\u00fcnftige wirtschaftliche Entwicklung negativer als n\u00f6tig bedingt und verzerrt. In der Tat entsteht und verbreitet sich diese Pandemie ab 2020 weltweit in einem ganz bestimmten Kontext. F\u00fcr viele Monate davor und sogar Jahre und unter dem Vorwand, zun\u00e4chst die beginnende Erholung nach der Gro\u00dfen Rezession von 2008 zu unterst\u00fctzen und dann mit den vermeintlichen oder tats\u00e4chlichen Unsicherheiten umzugehen, die immer aufkommen (populistischer Protektionismus von Trump, Brexit, etc. ), hatten die Zentralbanken weltweit bereits eine ultralockere Geldpolitik mit Null- oder gar Negativzinsen und Geldspritzen eingeleitet, die es in ihrer Intensit\u00e4t, ihrem Ausma\u00df und ihrer internationalen Koordination in der Wirtschaftsgeschichte der Menschheit so noch nie gegeben hatte.<\/p>\n<p>In meinem Artikel &#8220;Die Japanisierung der Europ\u00e4ischen Union&#8221;(37) erkl\u00e4re ich, wie die ultralockere Geldpolitik, die die Zentralbanken vor dem Auftreten der Pandemie betrieben haben, einen selbstfrustrierenden Effekt hatte. Zum einen hat die ultralockere Geldpolitik es auff\u00e4llig vers\u00e4umt, die Preisinflation auf ein Niveau nahe der Zwei-Prozent-Marke anzuheben. Tats\u00e4chlich wurde die massiven Geldspritzen in einem Umfeld gro\u00dfer institutioneller Starrheit und Unsicherheit durch einen gleichzeitigen und allgemeinen Anstieg der Geldnachfrage durch die Wirtschaftsakteure weitgehend sterilisiert, da die Opportunit\u00e4tskosten f\u00fcr die Kassenhaltung auf Null gesenkt wurden; au\u00dferdem haben sich in einem Rahmen st\u00e4ndiger Regulierung und wirtschaftlichen Interventionismus, der die Gewinnerwartungen belastet und verhindert, dass sich das seit der Gro\u00dfen Rezession von 2008 verlorene Vertrauen vollst\u00e4ndig erholt, keine klaren M\u00f6glichkeiten f\u00fcr nachhaltige Investitionen ergeben. Infolgedessen war es nicht m\u00f6glich, die notwendige Bereinigung aller Investitionsfehler abzuschlie\u00dfen, die in den Jahren der Blasen- und Kreditexpansion vor 2008 gemacht wurden. Zum anderen, und zweitens wurden, als die Zentralbanken mit ihrer Politik der massiven Geldspritze, der &#8220;quantitativen Lockerung&#8221; und der Senkung der Zinss\u00e4tze auf Null begannen, alle Anreize, die die verschiedenen Regierungen (Spaniens, Italiens, Frankreichs, etc.) h\u00e4tten haben k\u00f6nnen, um Reformen einzuleiten oder zu vollenden, &#8220;ipso facto&#8221; eliminiert. Die anstehenden wirtschaftlichen, regulatorischen und institutionellen Reformen sind f\u00fcr die F\u00f6rderung eines vertrauensvollen Umfelds unerl\u00e4sslich, in dem sich Unternehmer, frei von unn\u00f6tigen Bindungen und Hindernissen, der Entwicklung ihrer Kreativit\u00e4t und langfristigen Investitionen widmen und nachhaltige Arbeitspl\u00e4tze schaffen k\u00f6nnen. Denn welche Regierung wird die hohen politischen Kosten tragen, um z.B. ihren Haushalt in Ordnung zu bringen und den Arbeitsmarkt zu liberalisieren, wenn de facto jedes Defizit direkt oder indirekt und zum Nulltarif, d.h. vollst\u00e4ndig monetarisiert, von der Zentralbank finanziert wird? So h\u00e4lt zum Beispiel die Europ\u00e4ische Zentralbank bereits fast ein Drittel der von den Mitgliedsstaaten der Eurozone ausgegebenen Staatsanleihen, und von dem Moment an, als sie mit ihrer Politik des wahllosen Aufkaufs derselben begann, stoppte sie den gesamten Prozess der wirtschaftlichen und institutionellen Reformen, die die Mitgliedsstaaten so dringend ben\u00f6tigten. Die Schlussfolgerung der Wirtschaftstheorie k\u00f6nnte nicht klarer sein: In einem Umfeld gro\u00dfer institutioneller Starrheit und wirtschaftlichen Interventionismus dient eine ultralockere Geldpolitik nur dazu, die Starrheit und Tr\u00e4gheit der betroffenen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten und die Verschuldung der jeweiligen \u00f6ffentlichen Sektoren bis an ihre \u00e4u\u00dfersten und schwer aufrechtzuerhaltenden Grenzen zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Reaktion der Zentralbanken auf das \u00fcberraschende Auftreten der Pandemie<\/strong><\/p>\n<p>Und vor diesem besorgniserregenden wirtschaftlichen Hintergrund, in dem die Zentralbanken praktisch ihr gesamtes Arsenal an &#8220;unkonventionellen Waffen&#8221; der ultralockeren Geldpolitik verschossen haben, tauchte die Covid-19-Pandemie im Januar 2020 \u00fcberraschend auf. Die Reaktion der W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden bestand einfach aus mehr vom Gleichen: die Geldspritzen verdoppeln, wenn m\u00f6glich sogar noch mehr, durch die Erh\u00f6hung ihrer Programme zum Ankauf von Finanzaktiva (deren Preis, zur Freude der Gro\u00dfinvestoren wie Investmentfonds, Hedge-Fonds, etc., nicht aufgeh\u00f6rt hat zu wachsen. So vergr\u00f6\u00dfern die Zentralbanken das Verm\u00f6gen einiger weniger noch mehr, wenn gleichzeitig das Verm\u00f6gen der meisten B\u00fcrger schrumpft und die Wirtschaft in eine Rezession ger\u00e4t). Zudem beginnt auch de facto das neue Geld in zunehmendem Ma\u00dfe durch direkte Hilfen und Subventionen verteilt zu werden, die \u00fcber das monetarisierte Staatsdefizit finanziert werden, so dass ein wichtiger Teil des neu geschaffenen Geldes bereits beginnt, direkt in den Taschen der Haushalte selbst anzukommen. Aber wir wissen sp\u00e4testens seit Hume 1752(38), dass die rein parit\u00e4tische Verteilung von Geldeinheiten unter den B\u00fcrgern keine realen Effekte hat.(39) Aus diesem Grund wollen die W\u00e4hrungsh\u00fcter von dem ber\u00fchmten &#8220;Friedman&#8217;schen Hubschrauber&#8221; als Instrument ihrer Geldpolitik gar nichts wissen. Denn ihre Geldpolitik erzeugt nur dann scheinbare Expansionswirkungen, wenn zun\u00e4chst nur wenige Sektoren, Unternehmen und Wirtschaftsakteure das neue Geld erhalten, mit allen Nebenfolgen einer Zunahme der Ungleichheit in der Einkommensverteilung zugunsten einiger weniger, die wir bereits im Zusammenhang mit den Auswirkungen der &#8220;Quantitative Easing&#8221;-Politik als bestimmendem Faktor der Bereicherung der Akteure auf den Finanzm\u00e4rkten erw\u00e4hnt haben. Unbestreitbar ist jedoch, dass das neue Geld, sofern es nicht von privaten Banken(40) und desmotivierten Unternehmenssektoren sterilisiert wird, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in den Taschen der Verbraucher landen und inflation\u00e4re Spannungen erzeugen wird, da der Hume-Effekt des unaufhaltsamen Kaufkraftverlustes der Geldeinheit offensichtlich wird. Und dieser Effekt wird immer deutlicher werden, wenn die anf\u00e4ngliche Unsicherheit der Haushalte \u00fcberwunden ist und sie der Meinung sind, dass es nicht l\u00e4nger notwendig ist, so hohe Kassenbest\u00e4nde zu halten, oder dass sie einfach gezwungen sind, das Geld auszugeben, das sie in Form von Subventionen erhalten, um ihr Auskommen zu bestreiten, solange ihre Mitglieder arbeitslos sind und nicht produzieren k\u00f6nnen. In jedem Fall deutet alles in die gleiche Richtung: Eine wachsende monet\u00e4re Nachfrage bei einer durch die Pandemie geschrumpften Produktion f\u00fchrt unweigerlich zu einem wachsenden Aufw\u00e4rtsdruck auf die Preise.(41) Und genau das zeichnet sich zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels (Januar 2021) bereits ab. Zum Beispiel steigen die Preise f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte weiter und haben den h\u00f6chsten Stand seit drei Jahren erreicht; dasselbe geschieht mit den Frachtraten und vielen anderen Rohstoffen (Mineralien, \u00d6l, Erdgas usw.), die sehr hohe Preise erreichen, sogar Rekordh\u00f6hen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Sackgasse, in der sich die Zentralbanken befinden<\/strong><\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung k\u00f6nnte nicht eindeutiger sein. Die Zentralbanken sind in eine echte Sackgasse geraten. Wenn sie die Flucht nach vorne antreten und ihre Politik der monet\u00e4ren Expansion und der Monetarisierung eines immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Staatsdefizits noch weiter vorantreiben, laufen sie Gefahr, eine ernsthafte Krise der Staatsverschuldung und der Inflation zu erzeugen. Wenn sie aber &#8211; aus Angst vor dem Szenario der &#8220;Japanisierung&#8221; vor der Pandemie zu einem \u201eVenezuela\u201c-\u00e4hnlichem Szenario nach der Pandemie \u00fcberzugehen &#8211; ihre ultralockere Geldpolitik beenden, dann wird die \u00dcberbewertung der \u00f6ffentlichen Staatsanleihenm\u00e4rkte sofort offensichtlich werden und eine gro\u00dfe Finanzkrise und wirtschaftliche Rezession hervorrufen, die mittel- und langfristig so schmerzhaft wie gesund sein wird. Und Tatsache ist, dass es, wie das &#8220;Theorem der Unm\u00f6glichkeit des Sozialismus&#8221; zeigt, f\u00fcr Zentralbanken (echte Beh\u00f6rden der zentralen Finanzplanung) unm\u00f6glich ist zu wissen, was die jeweils g\u00fcnstigste Geldpolitik ist.<\/p>\n<p>Angesichts der Offensichtlichkeit der gegenw\u00e4rtigen sehr schwierigen Situation ist es sehr anschaulich, die Empfehlungen und Reaktionen zu beobachten, die in zunehmend nerv\u00f6ser und \u00e4ngstlicher (ich w\u00fcrde sogar sagen &#8220;hysterischer&#8221;) Form von Investoren, &#8220;Experten&#8221;, Kommentatoren und sogar von den renommiertesten Wirtschaftsf\u00fchrern und W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden ausgesprochen werden.<\/p>\n<p>So werden zum Beispiel st\u00e4ndig neue Artikel und Kommentare ver\u00f6ffentlicht, vor allem in den Finanzzeitungen, angef\u00fchrt von der Financial Times. Diese Zeitungen neigen immer dazu, die M\u00e4rkte zu beruhigen und ausnahmslos die Botschaft aussenden, dass die Null- (oder sogar Negativ-) Zinsen noch viele Jahre lang so bleiben werden, da die Zentralbanken nicht von ihrer ultralockeren Geldpolitik ablassen werden, so dass die Investoren beruhigt sein k\u00f6nnen und weiterhin mit dem Handel und den K\u00e4ufen an den Rentenm\u00e4rkten reich werden. Die Zentralbanken wiederum bauen vor und k\u00fcndigen die Revision ihrer Inflationsziele an, mit der Absicht, sie (offensichtlich nach oben) zu &#8220;lockern&#8221;, und unter dem Vorwand, die Jahre zu kompensieren, in denen sie die Inflationsziele nicht erreichen konnten, und um zu rechtfertigen, dass sie keine geldpolitischen Gegenma\u00dfnahmen ergreifen, selbst wenn die Inflation steigt.(42) Andere Berater der W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden schlagen sogar vor, das Inflationsziel aufzugeben und direkt die Aufrechterhaltung einer bestimmten, besonders niedrigen Zinskurve als Ziel einzuf\u00fchren (d.h. von Null- oder sogar negativen Zinss\u00e4tzen f\u00fcr viele Jahre der Zinskurve, wof\u00fcr alle notwendigen &#8220;Offenmarkt&#8221;-Operationen durchgef\u00fchrt w\u00fcrden). Und all dies wird von den Anh\u00e4ngern der so genannten &#8220;Modern Monetary Theory&#8221; unterst\u00fctzt, die trotz ihres Namens weder modern noch geldtheoretisch ist, sondern nur ein Potpourri alter keynesianischer und merkantilistischer Rezepte, die eher f\u00fcr die spanischen \u201eArbitristas\u201c vergangener Jahrhunderte typisch sind (da sie behaupten, dass das Defizit irrelevant ist, weil es unbegrenzt durch die Emission von Schulden und deren Monetarisierung finanziert werden kann), als f\u00fcr die wahren Theoretiker unserer Disziplin. Diese Rezepte richten unter unseren wirtschaftlichen und geldpolitischen Verantwortlichen Chaos an.(43) Und so kommen wir zum letzten der &#8220;Vorschl\u00e4ge&#8221;, die immer beliebter werden: die Streichung der von den Zentralbanken erworbenen Staatsschulden (die, wie wir gesehen haben, bereits fast ein Drittel der Gesamtschulden ausmachen).<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal ist es offensichtlich, dass diejenigen, die zunehmend in den Chor der Bef\u00fcrworter dieser Annullierung einstimmen, sich selbst blo\u00dfstellen. Denn wenn, wie sie behaupten, die Zentralbanken immer die bei F\u00e4lligkeit der alten Schuldpapiere neu ausgegebenen und zu Null verzinsten Staatsanleihen aufkaufen, dann g\u00e4be es keinen Bedarf f\u00fcr eine Annullierung der Schulden. Sie w\u00fcrden bei F\u00e4lligkeit einfach immer wieder erneuert. Allein die Tatsache, dass sie jetzt um eine solche Abschreibung bitten, unterstreicht ihre Nervosit\u00e4t \u00fcber die zunehmenden Anzeichen einer anziehenden Inflation und ihre damit einhergehende Angst, dass die Anleihem\u00e4rkte zusammenbrechen und die Zinsen wieder steigen werden. Unter diesen Umst\u00e4nden w\u00e4re es f\u00fcr sie von entscheidender Bedeutung, den Druck auf die verschwenderischen Regierungen mit einer Annullierung zu lindern. Denn eine derartige Annullierung w\u00fcrden einer Abschreibung von fast einem Drittel der gesamten emittierten Staatsschulden gleichkommen und w\u00fcrde nur einer in den Augen der \u00d6ffentlichkeit sehr abstrakten und fernen Institution wie der Zentralbank schaden. Aber die Dinge sind nicht so einfach, wie sie scheinen. W\u00fcrde eine Annulierung, wie die jetzt geforderte, durchgef\u00fchrt, w\u00fcrde sie folgendes ans Tageslicht bringen. Erstens, dass die Zentralbanken sich darauf beschr\u00e4nkt haben, Geld zu schaffen und es \u00fcber die Finanzm\u00e4rkte in das System zu pumpen, was einige wenige Leute exorbitant reich gemacht hat, ohne langfristig nennenswerte reale Effekte zu erzielen (abgesehen von der k\u00fcnstlichen Senkung der Zinss\u00e4tze und der gleichzeitigen Zerst\u00f6rung der effizienten Allokation der produktiven Ressourcen).(44) Der Aufschrei der Bev\u00f6lkerung gegen diese Politik w\u00fcrde bei einer solchen Duldung ein solches Ausma\u00df erreichen, dass die Zentralbanken zweitens nicht nur ihre gesamte Glaubw\u00fcrdigkeit,(45) sondern auch die M\u00f6glichkeit verlieren w\u00fcrden, ihre Politik der Offenmarktk\u00e4ufe (&#8220;quantitative Lockerung&#8221;) in Zukunft zu wiederholen, da sie durch die Umst\u00e4nde gezwungen w\u00e4ren, sich darauf zu beschr\u00e4nken, Geldspritzen direkt an die B\u00fcrger zu geben (&#8220;Friedmans Helikopter&#8221;), die aus Sicht ihrer Auswirkungen auf die Einkommensverteilung die einzig &#8220;gerechten&#8221; sind, die aber mangels kurzfristig erkennbarer realer expansiver Effekte das endg\u00fcltige Ende der F\u00e4higkeit der Zentralbanken bedeuten w\u00fcrden, mit ihrer Geldpolitik die Volkswirtschaften der Zukunft nennenswert zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Und in diesem Zusammenhang kann die einzig sinnvolle Empfehlung an die Anleger nur lauten, alle ihre festverzinslichen Positionen so schnell wie m\u00f6glich zu verkaufen. Denn es ist nicht bekannt, wie lange die Zentralbanken noch einen so exorbitanten Preis f\u00fcr festverzinsliche Wertpapiere k\u00fcnstlich aufrechterhalten werden, wie es ihn in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat. Und in der Tat gibt es mehr als genug Anzeichen daf\u00fcr, dass die aufmerksamsten Investoren, wie Hedge-Fonds und andere, die Derivate und andere ausgekl\u00fcgelte Techniken nutzen, bereits auf den Zusammenbruch der Rentenm\u00e4rkte wetten, w\u00e4hrend sie offiziell nicht aufh\u00f6ren, beruhigende Botschaften und Empfehlungen an die Medien weiterzugeben, wobei sie sich der renommiertesten Kommentatoren bedienen.(46) Dies m\u00fcssen sie tun, weil sie unbemerkt und zum h\u00f6chstm\u00f6glichen Preis aus den Schuldenm\u00e4rkten &#8220;aussteigen&#8221; wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der \u201cStrohhalm:\u201d die Staatsausgaben<\/strong><\/p>\n<p>Und so kommen wir zum letzten Rezept, das als fundamentaler Ausweg aus der durch die Pandemie ausgel\u00f6sten Krise und zur Wiederherstellung der Normalit\u00e4t vorgeschlagen wird: Keineswegs die Staatsfinanzen in Ordnung bringen, auch nicht unproduktive \u00f6ffentliche Ausgaben verschlanken; keineswegs die Steuerlast senken oder die b\u00fcrokratische und regulatorische Belastung der Unternehmer verringern, damit sie wieder Vertrauen fassen und anfangen zu investieren. Nichts dergleichen, sondern ganz im Gegenteil: maximaler R\u00fcckgriff auf die Fiskalpolitik, indem die \u00f6ffentlichen Ausgaben noch mehr und in exorbitanter Weise erh\u00f6ht werden. Dabei sollen, so hei\u00dft es eindeutig, Umweltinvestitionen, Digitalisierung und Infrastrukturprojekte Priorit\u00e4t haben. Aber diese neue Fiskalpolitik ist pro- zyklisch und beunruhigend kontraproduktiv. Wenn zum Beispiel ab Sommer 2021 das &#8220;Manna&#8221; der 140 Milliarden Euro, die Spanien von der Europ\u00e4ischen Union in Geldern gew\u00e4hrt wurden, die nicht zur\u00fcckgezahlt werden m\u00fcssen, (von einem Gesamtprogramm von 750. Mrd., die von den Beh\u00f6rden der Union organisiert werden und auf bis zu 1,85 Billionen in Form von Krediten erweiterbar sind), in Spanien ankommen, ist es mehr als wahrscheinlich, dass sich sowohl die spanische Wirtschaft als auch die Wirtschaft des Rests der Europ\u00e4ischen Union bereits selbstst\u00e4ndig erholt haben, so dass diese Fonds knappe Ressourcen absorbieren und umleiten werden, die f\u00fcr den privaten Sektor unerl\u00e4sslich sind, um die notwendigen Investitionsprojekte initiieren und abzuschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Diese privaten Investitionsprojekte k\u00f6nnen aufgrund ihrer echten Rentabilit\u00e4t aus eigener Kraft und ohne \u00f6ffentliche Hilfen kurz-, mittel- und langfristig ein hohes Volumen an nachhaltiger Besch\u00e4ftigung generieren. Dies steht im Gegensatz zur Besch\u00e4ftigung, die durch konsumtive \u00f6ffentliche Ausgaben erzeugt wird. Diese ist immer prek\u00e4r und von politischen Entscheidungen abh\u00e4ngig, selbst in pharaonischen Projekten des \u00f6kologischen und digitalen &#8220;\u00dcbergangs&#8221;. Ganz zu schweigen von der inh\u00e4renten Ineffizienz des \u00f6ffentlichen Sektors, wenn es darum geht, die erhaltenen Ressourcen zu kanalisieren, und der unvermeidlichen politischen Einflussnahme bei ihrer Verteilung, die immer sehr anf\u00e4llig f\u00fcr die Suche nach und die Aufrechterhaltung der entsprechenden politischen Patronage ist. Wir alle erinnern uns zum Beispiel an das gro\u00dfe Scheitern des so genannten &#8220;Plan E&#8221; zur Erh\u00f6hung der spanischen Staatsausgaben, der von der sozialistischen Regierung Zapatero gef\u00f6rdert wurde, um die Gro\u00dfe Rezession von 2008 zu bek\u00e4mpfen. Oder das beklagenswerte Scheitern der Fiskalpolitik der starken Staatsausgabenerh\u00f6hung in Japan, die keinen nennenswerten anderen Effekt hatte, als dieses Land zum h\u00f6chstverschuldeten der Welt zu machen. Kurz gesagt, die Geschichte wiederholt sich immer wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schluss<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt keine wundersamen Abk\u00fcrzungen, um aus einer so ernsten Krise wie der durch die aktuelle Pandemie hervorgerufenen herauszukommen. Obwohl sich Regierungen und W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden bem\u00fchen, sich den B\u00fcrgern als deren unverzichtbare &#8220;Retter&#8221; zu pr\u00e4sentieren, indem sie durch ihre Bem\u00fchungen und frenetische Aktivit\u00e4t scheinbar segensreiche Dinge tun. Auch wenn beide, wie die \u00d6sterreichische Schule gezeigt hat, systematisch ihre intrinsische Unf\u00e4higkeit verbergen, die Informationen zu bekommen, die sie brauchen, um ihren Befehlen einen koordinierenden Inhalt zu geben. Obwohl ihr Handeln systematisch unverantwortlich und kontraproduktiv ist, weil sie die knappen Ressourcen der Gesellschaft verschleudern und eine korrekte Ressourcenallokation und eine rationale Wirtschaftsrechnung bei Investitionsprozessen unm\u00f6glich machen. Trotz alledem, d.h. trotz der Regierungen und Zentralbanken, wird die Covid-19- Pandemie in ein paar Jahren einfach eine traurige historische Erinnerung sein, die von zuk\u00fcnftigen Generationen bald vergessen sein wird, so wie sich niemand an die viel gr\u00f6\u00dferen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Verw\u00fcstungen durch die &#8220;Spanische Grippe&#8221; vor einem Jahrhundert erinnerte. Damals wie heute werden wir als Ergebnis unserer individuellen und kollektiven Anstrengungen versuchen, die uns wichtigen Projekte in den Schlupfl\u00f6chern des freien Unternehmertums und des freien Marktes, die trotz allem noch offen stehen, kreativ voranzubringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>_______________________<\/p>\n<p>(34) Jes\u00fas Huerta de Soto, \u201cLa teor\u00eda de la eficiencia din\u00e1mica\u201d, <em>Procesos de Mercado<\/em>, vol. 1, n\u00ba 1, primavera 2004, pp. 11-71. Deutsche \u00dcbersetzung in Jes\u00fas Huerta de Soto, <em>Die Theorie der dynamischen Effizienz<\/em>, Kapitel 1 \u201eDie Theorie der dynamischen Effizienz\u201c, Duncker&amp;Humblot, Berlin, S. 21-58.<\/p>\n<p>(35) Vergleiche zudem die Ausf\u00fchrungen in Jes\u00fas Huerta de Soto, <em>Geld<\/em>, <em>Bankkredit und Konjunkturzyklen<\/em>, op. cit., S. 318-19.<\/p>\n<p>(36) Siehe beispielsweise P. Bagus, J.A. Pe\u00f1a Ramos y A. S\u00e1nchez Bay\u00f3n, \u201cCovid-19 and the Political Economy of Mass Hysteria\u201d, <em>Int. J. Environ. Res. Public Health<\/em>, 2021, 18 (4) 1376.<\/p>\n<p>(37) Jes\u00fas Huerta de Soto, \u201cLa Japonizaci\u00f3n de la Uni\u00f3n Europea\u201d, <em>Procesos de Mercado, V<\/em>ol. XVI, n\u00ba 2, Herbst 2019, S. 317 &#8211; 342, op. cit. Auf der anderen Seite ist das &#8220;Theorem der Unm\u00f6glichkeit des Sozialismus&#8221; voll auf Zentralbanken anwendbar, wie in Jes\u00fas Huerta de Soto, <em>Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen<\/em>, op. cit., pp. 452-472 gezeigt.<\/p>\n<p>(38) David Hume, &#8220;Of Money&#8221; in <em>Essays, Moral, Political and Literary<\/em>, E. F. Miller (ed), Liberty Classics, Indianapolis, 1985, S. 281 ff. Hume verweist ausdr\u00fccklich auf die Tatsache, dass, wenn durch ein Wunder jeder Mann in Gro\u00dfbritannien \u00fcber Nacht f\u00fcnf Pfund mehr in der Tasche h\u00e4tte, dies keinen wirklichen Effekt h\u00e4tte, au\u00dfer die Kaufkraft des Geldes zu vermindern (d.h. die nominalen Preise zu erh\u00f6hen), denn die Produktionskapazit\u00e4t des Vereinigten K\u00f6nigreichs w\u00fcrde identisch bleiben (S. 299). Mit seinem ber\u00fchmten &#8220;Hubschrauber&#8221; hat Friedman dieses Beispiel von Hume lediglich kopiert und aktualisiert (ohne es zu zitieren).<\/p>\n<p>(39) Mervyn King selbst, der ehemalige Gouverneur der Bank of England, musste beispielsweise einr\u00e4umen: &#8220;Das vorherrschende Narrativ ist, dass die Kombination aus fiskalischen und monet\u00e4ren Stimuli ein Erfolg gegen die Pandemie war, aber ich sehe jetzt nicht wirklich den Nutzen des Zentralbankaktivismus. Ich diskutiere seit Tagen mit meiner Frau, ob es Zeit ist, in unserem Lieblingsrestaurant essen zu gehen: Der Tenor dieser Diskussion wird sich nicht \u00e4ndern, weil die uns die Zinsen weiter senken&#8221;. <em>El Pa\u00eds<\/em>, Madrid, Sonntag, 17. Januar 2021, S. 38.<\/p>\n<p>(40)\u00a0 \u00a0 \u00a0Das Verh\u00e4ltnis der W\u00e4hrungsbeh\u00f6rden zu den privaten Banken ist &#8220;schizophren&#8221;: Einerseits \u00fcberschwemmen sie diese mit Liquidit\u00e4t zur Kreditvergabe, gleichzeitig drohen sie st\u00e4ndig damit, mehr Kapital zu verlangen und genau zu beobachten, wem sie Kredite geben.<\/p>\n<p>(41) Vgl. unter anderen Michael D. Bordo y Mickey D. Levy, \u201cThe Short March Back to Inflation\u201d, <em>The Wall Street Journal<\/em>, 4. Februar 2021, S. A17.<\/p>\n<p>(42) Die Durchf\u00fchrung einer solchen Politik w\u00fcrde den Euro politisch so stark belasten, dass sie sehr wahrscheinlich seine Existenz gef\u00e4hrden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>(43) Siehe z.B. Patrick Newman, &#8220;Modern Monetary Theory: An Austrian Interpretation of Recrudescent Keynesianism&#8221;, <em>Atlantic Economic Journal<\/em>, Nr. 48, 2020, S. 23-31, sowie die kritischen Artikel von Mark Skousen und Gordon L. Brady, die in der gleichen Ausgabe dieser Zeitschrift ver\u00f6ffentlicht wurden. Zu denjenigen, die sich am meisten von der &#8220;modernen Geldtheorie&#8221; haben verf\u00fchren lassen, geh\u00f6rt Mario Draghi selbst: siehe z.B. &#8220;Las claves del plan Draghi&#8221; um Italien zu retten, <em>ABC<\/em>, 4. Februar 2021, S. 30.<\/p>\n<p>(44) Es ist eine wahre Trag\u00f6die, dass Experten, Politiker und B\u00fcrger vergessen haben, dass der wichtigste aller Preise und damit derjenige, der am transzendentesten ist, und daher vom freien Markt festgelegt werden sollte, der Zinssatz oder der Preis f\u00fcr gegenw\u00e4rtige G\u00fcter in Relation zu zuk\u00fcnftigen G\u00fctern ist. Er kann nicht ungestraft von Regierungen und Zentralbanken manipuliert werden, ohne die Wirtschaftsrechnung und die korrekte intertemporale Allokation der Produktionsmittel zu blockieren.<\/p>\n<p>(45) Unter anderem w\u00e4ren sie nicht in der Lage, gen\u00fcgend Zentralbankreserven aus dem System abzuziehen, wenn dies in der Zukunft angesichts eines Inflationsschubs notwendig werden sollte, da sie keine Verm\u00f6genswerte verkaufen k\u00f6nnen, nachdem sie diese abgeschrieben haben. Nur im Zusammenhang mit dem unwiderruflichen \u00dcbergang zu einem vollgedeckten Bankensystem, das ich in Kapitel IX meines Buches Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen (op. cit., S. 501 ff.) vorschlage, w\u00e4re es sinnvoll, die von der Zentralbank gehaltenen Staatsschulden zu erlassen, um zu verhindern, dass sie zum Inhaber eines bedeutenden Teils der Realwirtschaft wird, wenn, wie ich vorschlage, die Staatsschulden gegen die Bankaktiva getauscht werden, die heute die Sichteinlagen bilanziell ausgleichen.<\/p>\n<p>(46) Siehe zum Beispiel die Litanei von Kommentaren und Empfehlungen zur Geld- und Fiskalpolitik des angesehenen Martin Wolf in der <em>Financial Times <\/em>oder von Paul Krugman selbst in der Wirtschaftsbeilage von <em>El Pais<\/em>. Es gibt praktisch keine Woche, in der sie nicht mehr Geldspritzen und h\u00f6here Staatsausgaben empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"parent":8160,"menu_order":0,"template":"","article-language":[],"class_list":["post-8213","articulo","type-articulo","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Pandemie als Vorwand f\u00fcr die Versch\u00e4rfung der fiskalischen und monet\u00e4ren Z\u00fcgellosigkeit von Regierungen und Zentralbanken. | Jes\u00fas Huerta de Soto<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.jesushuertadesoto.com\/en\/articles\/articles-in-deutch\/die-okonomischen-effekte-der-pandemie\/dynamische-effizienz-als-notwendige-und-hinreichende-bedingung-fur-die-erholung-der-wirtschaft-von-einer-pandemie\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Pandemie als Vorwand f\u00fcr die Versch\u00e4rfung der fiskalischen und monet\u00e4ren Z\u00fcgellosigkeit von Regierungen und Zentralbanken. | Jes\u00fas Huerta de Soto\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Dynamische Effizienz als notwendige und hinreichende Bedingung f\u00fcr die Erholung der Wirtschaft von einer Pandemie Jede Wirtschaft, die von einer Pandemie betroffen ist, muss einige Bedingungen erf\u00fcllen, die zun\u00e4chst die Anpassung an die neuen Umst\u00e4nde mit m\u00f6glichst geringen Kosten und nach Beendigung der Pandemie den Beginn einer gesunden und nachhaltigen Erholung erm\u00f6glichen. 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